Kielet

Die Seele Europas 2022

Liebe Freunde und Mitwirkende der vorgesehenen Tagung in Jekaterinburg 14.-17.7.2022

wie bereits am 8. April mitgeteilt, sehen wir keine Möglichkeit, in der gegebenen Weltsituation die Tagung in Jekaterinburg im vorgesehenen Rahmen durchzuführen. Wir dachten zunächst an eine Online-Tagung, sind aber bei näherer Prüfung zum Schluss gekommen, dass dies in keiner Weise den Zielen, die wir uns gesetzt hatten, entsprechen würde. Uns war es insbesondere um Begegnungen gegangen: Begegnung mit Russland und dem besonderen Flair nach dem Osten bis zum Ural hin, Begegnung unter Menschen verschiedenster Herkunft, unmittelbares Erleben und Wahrnehmen. Eine Online-Tagung kann dies in keiner Weise ersetzen.

So haben wir uns entschieden, die Tagung in der vorgesehenen Form fallen zu lassen. Die Freunde von Jekaterinburg haben sich entschlossen, eine entsprechende kleinere Tagung als Ereignis innerhalb Russlands durchzuführen. Das Programm mit den näheren Angaben ist auf den russischen Seiten dieser Webseite publiziert.

Die nächste Tagung „Seele Europas“ wird vom 2. bis 6. August 2023 in London stattfinden.

Wir hoffen auf Ihr Verständnis
Mit herzlichen Grüssen
Gerald Häfner, Olga Kornienko, Paul Mackay und Hans Hasler

Zum Thema der

11. Konferenz «Die Seele Europas – Erleben von Grenzen»

Zwei Jahre Corona-Krise und jetzt die aktuelle internationale Situation haben tiefe Spuren im persönlichen, im sozialen und im politischen Leben hinterlassen. Grenzen und Gräben sind aufgebrochen wie nie zuvor. So hat das Thema «Grenzen», das wir uns schon vor der Krise vorgenommen hatten, eine ungeahnte Aktualität erlangt. Thema der vorgesehenen aber nicht durchführbaren Tagung, dem wir uns zuwenden wollen, ist Europa in seinen Grenzen zwischen Ural und Atlantik.

Es wäre die 11. Tagung «Die Seele Europas» gewesen. Die Reihe der Tagungen begann in Amsterdam und fand dann weitgehend in Ost- und Ostmitteleuropa statt, zuletzt in Kiev und Tbilissi. 2019 kehrte sie mit der Tagung mitten im Zentrum der Institutionen der Europäischen Union in Brüssel zurück nach Westen.

Die andere Tagungsreihe fand, von der örtlichen Gruppe der Anthroposophischen Gesellschaft in Russland organisiert, seit 2013 jährlich in der Gegend von Jekaterinburg statt. Es wurde versucht, sich mit dem Thema «Grenzen» im weitesten Sinne zu befassen, ein Thema, das für Menschen an der Grenze zwischen Europa und Asien eine grosse Bedeutung hat. Ausgangspunkt für diese Tagungen in kleinerem Rahmen war der Vortrag von Rudolf Steiner vom 15. Juli 1923 (GA 225) «Die Imagination Europas», in dem von einer feinen astralischen Trennwand entlang Ural-untere Wolga-Kaukasus-Mittelmeer die Rede ist, die wie eine Tapetenwand dekadente Strömungen, die von Sibirien und Mittelasien ausgingen, von Europa abgeschirmt hat, damit sich in Europa besondere Kräfte der Bewusstseinsentwicklung im Denken ungestört entfalten können. Mit der Auflösung dieser Tapetenwand sind aber üble ahrimanisierte Wesen nach Westen geströmt und haben sich da mit üblen luziferisierten Wesen, die vom Westen nach Osten strömten, in einer «brünstigen Ehe» verbunden. Das hat sich zum Beispiel im Bolschewismus ausgelebt.

Die Tagung in Jekaterinburg für Teilnehmer aus Russland führt diese Reihe nun weiter.

Die dramatischen Ereignisse seit Februar dieses Jahres haben nun ungeahnte und völlig unerwartete Grenzen aufgeworfen, die tief in das Gefüge Europas eingreifen. Wie kann das weitergehen? Wie und wann und unter welchen Umständen können die abgebrochenen Verbindungen zwischen Russland und dem übrigen Europa wieder aufgebaut werden? Die aktuelle Trennung darf uns nicht von der tiefen Überzeugung abbringen, dass Russland zum Kulturkreis Europas gehört, dass in Russland entstandene Kunst, Literatur und Sprache Teil Europas sind. Die inneren Verbindungen aufrecht zu erhalten ist eine der Aufgaben der Tagungsreihe „Die Seele Europas“.

Die Fortsetzung der Tagungsreihe soll dann im Sommer 2023 in London stattfinden und so die durch die beiden Tagungen ins Auge gefasste Spannweite Europas vom Ural bis zum Atlantik ins Zentrum der Betrachtungen bringen.

Hans Hasler